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Safer Internet Day 2017 – Mehr Unterstützung gegen Cybermobbing und digitale sexualisierte Gewalt notwendig

veröffentlicht um 17.02.2017, 06:43 von Kinderschutzbund Görlitz   [ aktualisiert: 17.02.2017, 06:47 ]
Formen des grenzverletzenden Verhaltens wie Cybermobbing oder Hasskommentare sowie der Missbrauch durch Cybergrooming sind in den neuen Medien auf dem Vormarsch. Kinder und Jugendliche brauchen Aufklärung und Unterstützung, Eltern und Fachkräfte benötigen Handlungssicherheit.

Von Cybermobbing, einer andauernden Bloßstellung und Terrorisierung eines Menschen in elektronischen Medien, sind nach Schätzungen des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest ca. 500.000 Jugendliche betroffen. Meist handelt es sich dabei um Beleidigungen und Beschimpfungen, Bedrohungen, Verleumdungen oder den Tatbestand der üblen Nachrede. Für die betroffenen Jugendlichen stellt diese meist ein großes Problem dar.

„Jeder dritte 12-19-jährige kennt jemanden, der von Cybermobbing betroffen war. Kinder und Jugendliche müssen ermutigt werden, sich an Vertrauenspersonen zu wenden“, sagt Angela Lüken, Bildungsreferentin beim DKSB LV Sachsen e.V. „Dies können Freunde sein, die das Opfer unterstützen oder auf die Schikane reagieren. Aber auch Eltern sind hierbei wichtige Bezugspersonen, da man mit Ihnen gemeinsam mit Lehrern sprechen oder die Polizei einschalten kann“, so Lüken weiter.

Auch wenn die Straftatbestände, zu denen Cybergrooming gehört, mit 11.808 Fällen* bundesweit rückgängig ist und hinter dem Umfang des Cybermobbings weit zurück steht, stellt es eine Gefährdungslage dar. Hierbei verschaffen sich Erwachsene unter einem falschen Pseudonym Zugang u.a. in sogenannten Flirtportalen, an Kindern und Jugendlichen sexuelle Missbrauchshandlungen zu begehen oder sie zur Herstellung und Übersendung von Bildern/Videos in sexualisiertem Kontext zu animieren. Nicht umsonst hat der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, Mitte Januar in seiner Expertise zu sexueller Gewalt an Minderjährigen mittels digitaler Medien eine auf Dauer angelegte Agenda für digitalen Kinder- und Jugendschutz, mehr Forschung, Prävention und Hilfen bei solchen Formen sexueller Gewalt gefordert.

Neben der Hilfe und Unterstützung, z.B. mit den Kinder- und Jugendtelefonen oder den Elterntelefonen in Sachsen, setzt sich der DKSB Landesverband für eine noch bessere Betreuung und Beratung der Eltern und Lehrkräfte ein. Diese müssen wissen, an wen sie sich im Falle von Cybermobbing  und Cybergrooming wenden können und wie sie den Kindern helfen können.  Lehrkräfte sollten ebenso regelmäßig soziale Fragestellungen, wie auch das Mobbing und Cybermobbing,  im Unterricht  thematisieren, um die Hemmschwelle und die Sensibilität bei den Jugendlichen zu erhöhen und das soziale Miteinander zu stärken. Dazu ist u.a. eine stärkere Medienbildung in der Lehrer/-innenausbildung und Erzieher/-innenausbildung sowie regelmäßige Fortbildungen für Erziehungsberechtigte kostenfrei anzubieten.

Olaf Boye, Geschäftsführer, Tel.: 0351 – 42 42 044
Angela Lüken, Referentin, Tel.: 0351 – 42 42 008